Generierung von Stücklisten/Fertigungsstücklisten

Zum Begriff “Stückliste”:
Eine Stückliste ist eine strukturierte, mehrstufige Aufstellung aller Baugruppen und Teile eines Produktes.

Der Begriff “Stückliste” wird im Regelfall für die Beschreibung eines Produktes oder einer Baugruppe in der Fertigung und entsprechend in ERP-/PPS-Systemen verwendet. In einer Stückliste sind alle Teile enthalten, aus denen eine Baugruppe oder ein Produkt bestehen.

In der Angebotserstellung wird ebenfalls eine mehrstufige Aufstellung aller Baugruppen und Teile zur Beschreibung des Produktes für den Kunden verwendet. Nur in wenigen Fällen ist diese Struktur identisch mit einer Stückliste, da sich kein Kunde für einfache Teile, wie z.B. Unterlegscheiben und Schrauben interessiert. Die Strukturdarstellung im Angebot ist mehr eine Funktionsübersicht als eine “Stückliste”; deshalb ist hier die Bezeichnung Produktstruktur oder Angebotsstruktur zutreffender.

Bei einer variantenreichen Produktpalette oder vielen Produktionsvarianten ist es aber auch im Stücklistenwesen (Fertigungsstücklisten) sinnvoll, Stücklisten zu generieren (zu konfigurieren) statt für jede Ausprägungsart eine eigene Stückliste anzulegen und zu verwalten.

Wird ein Produkt kundenspezifisch konfiguriert (im Angebot und Auftrag), ist davon auszugehen, dass bei der Fertigung dieses Produktes eine kundenspezifische Stückliste generiert werden muss.

Die Generierung von Stücklisten (Fertigungsstücklisten) wird von vielen ERP-/PPS-Systemen bereits unterstützt (z.B. KMAT bei SAP). Verfügt ein ERP-/PPS-System über keine oder keine geeignete Methode zur Generierung von Stücklisten, so kann diese Generierung über den ePOS-Konfigurator erfolgen. In diesem Falle wird an das ERP-/PPS-System eine vollständige, mehrstufige Fertigungsstückliste geliefert, die aufgrund von Produktmerkmalen generiert wurde. Eine Reihe von marktüblichen ERP-/PPS-Systemen verfügen bereits über den integrierten ePOS-Konfigurator zur Stücklistengenerierung.

Erfolgt die Generierung einer Fertigungsstückliste über den ePOS-Konfigurator, so könnte eine Stückliste wie im folgenden Beispiel dargestellt, aufgebaut sein.

Angebotsstruktur:

Strukturdartsellung des Produktes im Angebot

Stücklistenstruktur/Fertigungstückliste:

Auflösung der Produktstruktur im Auftrag (mehrstufige Stückliste)

 

Darstellung der Produktstruktur
(Beispiel Pumpstation) im Angebot

Darstellung der Stücklistenstruktur im Auftrag (Beispiel Pumpstation) zur Übergabe an das
ERP-System.

Zur Generierung von Stücklisten existieren in ePOS verschiedene Methoden. Die Auswahl der geeigneten Methode ist bestimmt von der geforderten Flexibilität der Konfiguration. Eine Methode, die gewählt wird, wenn ein geschlossener Produktbaukasten vorliegt, besteht in der Festlegung einer neutralen Stücklistenstruktur (Strukturbaum) in der feste, d.h. konfigurationsunabhängige Bauteile und konfigurationsabhängige Bauteile strukturgerecht eingetragen werden. Ein konfigurationsabhängiges Bauteil führt bei der Generierung ein ePOS-Regelwerk aus. In diesem Regelwerk werden z.B. folgende Entscheidungen getroffen:

  • Auswahl eines konkreten Bauteils in Abhängigkeit von Parametern
  • Wenn Bauteil “A“ gewählt, dann nehme auch Bauteil “B“
  • Wenn Bauteil “C“ gewählt, dann entferne Bauteil “D“ aus der Stückliste
  • Wenn ......<Regel>, dann ändere die Menge auf “x“

Ein Bauteil kann ein Einzelteil oder eine Baugruppe sein.
Die Generierung von Stücklisten wird in einigen Anwendungen auch genutzt, um bereits in der Angebotsphase eine kalkulationsfähige Produktstruktur zu erhalten. In diesen Fällen wird die Stückliste generiert und eine Materialkalkulation durchgeführt.

 

nach oben

© 2000 - 2010 ACBIS GmbH